DIE NANOTHERM® THERAPIE - EIN NEUER ANSATZ ZUR LOKALEN BEHANDLUNG VON TUMOREN

Wir haben diesen Bereich unserer Internetseite speziell für Sie als Patient eingerichtet, damit Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die NanoTherm® Therapie finden können. Unser Ziel ist es, Ihnen kurz zu erklären, wie die Behandlung mit der NanoTherm® Therapie im Detail funktioniert und wie Sie in unsere laufenden Studien aufgenommen werden können.

WIE FUNKTIONIERT DIE NANOTHERM® THERAPIE?

Die NanoTherm® Therapie ist ein neuartiges Verfahren zur lokalen Behandlung von Tumoren. Prinzip der Methode ist die direkte, minimalinvasive Einbringung magnetischer Nanopartikel (die NanoTherm® Partikel) in einen Tumor und ihrem anschließenden Erhitzen in einem magnetischen Wechselfeld. Dadurch entsteht lokal Hitze von innen aus dem Tumor heraus, und umliegendes gesundes Gewebe wird geschont.

Bei den NanoTherm® Partikeln handelt es sich um sehr kleine, in Wasser suspendierte Teilchen aus Eisenoxid mit einer Hülle aus Aminosilanen und einem Durchmesser von ca. 15 Nanometern (= 15 Millionstel Millimeter). Aufgrund der Aminosilanhülle verbleiben die Nanopartikel am Ort der Injektion. Sind die NanoTherm® Partikel in den Tumor eingebracht, erfolgt eine Computersimulation der zu erwartenden Temperaturen im Tumor und im umgebenden gesunden Gewebe mit Hilfe der eigens hierfür entwickelten NanoPlan® Software. Entsprechend der eingestellten Stärke des magnetischen Wechselfelds kann der behandelnde Arzt die Temperaturen so anpassen, dass einerseits möglichst der ganze Tumor erhitzt wird und die Tumorzellen entweder irreparabel schädigen oder empfindlicher gegenüber einer begleitenden Radio- oder Chemotherapie gemacht werden, und andererseits umliegendes gesundes Gewebe nicht über 43°C erwärmt und somit geschont wird.

Die Behandlung im Magnetwechselfeldapplikator, dem NanoActivator®, wird 6 Mal, je 2 Mal über 3 Wochen, durchgeführt. Während der ersten Behandlung wird die Temperatur im Behandlungsgebiet mittels einer Temperatursonde gemessen, die in einen während der NanoTherm® Instillation in den Tumor eingebrachten Katheter geschoben wird. Somit kann bei Bedarf die Magnetfeldstärke und damit die erzielten Temperaturen während der Behandlung angepasst werden. Die so ermittelten Einstellungen werden für die weiteren Behandlungen beibehalten und der Katheter für die Temperaturmessung wird entfernt.

Durch den langen Verbleib der NanoTherm® Partikel im Behandlungsgebiet sind wiederholte Behandlungen im Wechselmagnetfeld und das Einbinden in multimodale Therapiekonzepte möglich.

WELCHE TUMORARTEN WERDEN IM RAHMEN DER KLINISCHEN STUDIEN BEHANDELT?

Der Einschluss von Patienten in die klinischen Studien zu Prostata- bzw. Pankreaskarzinomen ist abgeschlossen. Zurzeit ist eine weitere Glioblastom-Studie in Vorbereitung. Es handelt sich dabei um eine Studie nach der Zulassung der Therapie. Der erste Patient für die Glioblastom-Studie wurde im ersten Quartal 2014 eingeschlossen. Studien in anderen Indikationen sind geplant.

WELCHE KOSTEN FALLEN BEI EINER STUDIENTEILNAHME AN?

Für Patienten fallen keine Kosten im Rahmen einer Studienteilnahme an.

WO FINDET DIE BEHANDLUNG STATT?

Die Einbringung der NanoTherm® Partikel wird in den an der Glioblastom-Studie teilnehmenden Krankenhäusern durchgeführt. Dies sind unter anderem die Charité in Berlin und die Universitätskliniken in Düsseldorf, Frankfurt, Gießen, Kiel, Köln und Münster. Weitere sind geplant.

Die Behandlungen im Magnetwechselfeld finden in den Krankenhäusern statt, in denen ein NanoActivator® aufgestellt ist. Momentan sind NanoActivators® in der Strahlenklinik der Charité, Campus Virchow-Klinikum, Berlin sowie an den Universitätskliniken in Münster und Kiel einsatzbereit/verfügbar. Weitere Standorte werden 2014 folgen.

Bei Fragen steht Ihnen unser klinisches Team gerne mit Rat und Tat zur Verfügung . Eine Entscheidung zur Teilnahme an einer klinischen Studie sollte jedoch immer zunächst mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden.

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