07.05.2009
Financial Times Deutschland: "Medizin im Mini-Format"

"Bevor Produkt oder Therapie wirklich anwendungsbereit sind, kann viel Zeit vergehen. Ein Beispiel dafür ist die Nano-Wärmetherapie von Magforce Nanotechnologies – an der Biochemiker Andreas Jordan seit 20 Jahren arbeitet. Bei dieser Krebstherapie zerstören die Nanoteilchen bösartige Tumoren. Wissenschaftler spritzen dafür zunächst eine Lösung mit Eisenoxidpartikeln in Nanogröße in den Tumor des Patienten. Ein Gerät, ähnlich einem Magnetresonanztomografen, baut ein elektromagnetisches Feld auf. Das bringt die Nanoteilchen zum Schwingen, die dabei entstehende Wärme verkocht den Tumor. Jordan hat die Grundlagenforschung zu seinem Verfahren an der Berliner Charité durchgeführt, bevor er seine Firma gründete. Dort wurden bereits 150 Patienten mit der Methodebehandelt.

'Für 2010 erwarten wir die Zulassung der Nano-Wärmetherapie beim Glioblastom, einem sehr aggressiven Hirntumor', sagt Jordan. In einer zweiten Studie therapieren die Berliner Wissenschaftler Patienten mit Prostatakrebs und Tumoren des Verdauungstrakts. Demnächst starten zudem Versuche mit Brustkrebspatientinnen. Gleichzeitig tüfteln die Magforce-Wissenschaftler daran, Nanopartikel als eine Art trojanisches Pferd mit medizinischen Wirkstoffen zu verknüpfen. Durch die Wärmereaktion würden die Miniteilchen dann ihre medikamentösen Inhaltsstoffe freisetzen – zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort."